Kompensatorische Familienhilfe

Zielgruppe

Es gibt Familien, die langfristige kompensatorische Begleitung benötigen. Dies sind zum Beispiel Familien mit psychischer Erkrankung, mit eingeschränkten intellektuellen Fähigkeiten oder mit anderen schwerwiegenden Beeinträchtigungen des Erziehungsverhaltens. Die kompensatorische SPFH ist angezeigt für Familien, die noch über ein Mindestmaß familiärer Beziehungen und Bindungen verfügen.

Struktur und Kosten

Diese Hilfeform ist auf längere Zeit angelegt. Sie kann so lange eingesetzt werden, wie die Kinder nicht gefährdet sind und ein Verbleib in der Herkunftsfamilie möglich ist. Die Strukturen in solchen Familien sind sehr fragil und können sich auf Grund familiärer oder außerfamiliärer Entwicklung kurzfristig verändern. Deshalb ist regelmäßig zu prüfen, ob ein Verbleib der Kinder in der Familie noch angezeigt ist. Eine Fremdunterbringung kann jeder Zeit nötig werden. Die wöchentlichen Zeitkontingente werden in Absprache mit Jugendamt und Familie festgelegt. Alle Hilfeformen müssen beim zuständigen Jugendamt beantragt und genehmigt werden. Sie sind für die Familien kostenfrei.

Ziele, Methode und theoretische Einbettung

Hier ist zwar auch Hilfe zur Selbsthilfe das Ziel. Zusätzlich ist die langfristige Kompensation von Defiziten der Eltern ein wesentlicher Bestandteil. Den Kindern kann so der Lebensraum Familie erhalten bleiben so lange dies möglich,  beziehungsweise so lange wie es für ihre Entwicklung förderlich ist. Die Ausrichtung der kompensatorischen SPFH basiert auf den Erkenntnissen der Resilienzforschung. Unter Berücksichtigung der Stärkung und Erhaltung der „Restelternfunktionen“ richtet sie sich sehr stark auf die Belange der Kinder aus. Der Familienhelfer bietet den Kindern erwachsene Orientierung und „ersetzt“ für eine vereinbarte Zeit mit Erlaubnis der Eltern die fehlenden oder nicht ausreichenden elterlichen Funktionen.